Tatew

Dieser Klosterkomplex befindet sich in der Provinz Sjunik (Zangezur) und nimmt einen besonderen Platz unter den armenischen Klöstern des Mittelalters ein. Im 9. Jh. war es Bischofssitz und blieb über ein Jahrtausend das geistliche Zentrum von Sjunik.

Hier wurden zahlreiche Manuskripte der fürstlichen Familien aufbewahrt. Viele wichtige Persönlichkeiten des armenischen Mittelalters haben in diesem Kloster gelebt, gelehrt und gearbeitet.

Das Kloster Tatew wurde wie ein Verteidigungskomplex auf einem Felsvorsprung über der Schlucht des Worotan-Flusses errichtet. Im Norden und Westen schirmen mächtige Mauern das Kloster ab.

Der Klosterkomplex besteht aus drei Kirchen, einem Speisesaal, einer Bibliothek, einer Gruft, Wirtschaftsräumen und unterirdischen Bauten. Eine besondere Sehenswürdigkeit des Klosters ist der Gawasan („Katholikosstab” 8 m), eine dank einer Kugellagerkonstruktion bewegliche, achteckige Säule. Das älteste und grösste Bauwerk ist die Peter-und-Paul-Kirche aus dem 9. Jh..