Schuschi

Shushi ist eine Stadt in der umkämpften Region Berg-Karabach im Südkaukasus. Seit seiner Einnahme 1992 während des Berg-Karabach-Krieges untersteht es der selbst ernannten Republik Arzach. Es ist jedoch ein de jure Teil der Republik Aserbaidschan, mit dem Status einer administrativen Teilung des umliegenden Schuscha Rayon. Auf einer Höhe von 1.400-1.800 Metern im malerischen Karabach-Gebirge gelegen, war Shushi zu Sowjetzeiten ein beliebtes Bergresort.

Nach mehrere Quellen diente Schuschi als eine Stadt und eine alte Festung im armenischen Fürstentum Waranda im Mittelalter und im 18. Jahrhundert. Von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1822 war Schuschi die Hauptstadt des Karabach-Khanats. Die Stadt wurde zu einem der kulturellen Zentren des Südkaukasus nach der russischen Eroberung der Kaukasus-Region in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Qadschar-Iran.

Zusammen mit Tiflis es war eine der zwei wichtigsten armenischen Städte des Transkaukasus und das Zentrum eines selbstverwalteten armenischen Fürstentums vom Mittelalter bis in die 1750er Jahre. Es hatte auch religiöse und strategische Bedeutung für die Armenier, beherbergte die Ghazanchetsots Kathedrale, die Kirche von Kanatsch Zham, zwei weitere Kirchen, einen klösterlichen Komplex, und diente (zusammen mit dem Bezirk Latschin im Westen) als Landverbindung nach Armenien.

In der gesamten modernen Geschichte hatte die Stadt hauptsächlich eine gemischte armenisch-aserbaidschanische Bevölkerung. Nach dem Schuschi-Massaker 1920 durch aserbaidschanische Truppen und ihre türkischen Unterstützer wurde die armenische Hälfte der Stadtbevölkerung größtenteils getötet und vertrieben, und die Stadt wurde zu einer Stadt mit einer dominierenden aserbaidschanischen Bevölkerung. Nach der Eroberung von Schuschi im Jahr 1992 durch armenische Truppen, verringerte sich seine Bevölkerung wieder dramatisch und ist jetzt fast ausschließlich armenisch.

Schuschi entwickelte sich zusehends und wurde im 19. Jh. eines der intellektuellen Zentren im Kaukasus. Unzählige politische Denker und die kulturelle Elite der kaukasischen Armenier wurden hier ausgebildet.

Die prächtige Erlöser-Kathedrale (1868 - 1887) beherrscht den Hauptplatz der Stadt. Bei ihrem Bau hat man die Kathedrale Etschmiadzin zum Vorbild genommen (den Grundriss bildet das Kreuz mit vier vorspringenden Apsiden). Sie ist eine der grössten Kirchen von Arzach.

Schuschi ist eines der armenischen religiösen und kulturellen Zentren und überwiegende armenischen Städte des Kaukasus. Die ostarmenische Version von vier Evangelien (Bibel) wurde 1830 in Shusha vollendet und dann in Moskau zum ersten Mal veröffentlicht.

Die Stadt Schuschi befindet sich auf einer Hochebene im Herzen von Arzach, zehn Kilometer entfernt von der Hauptstadt Stepanakert. Dank ihrer geographischen Lage hat diese Hochebene schon immer eine wichtige strategische Rolle gespielt.

Schuschi entwickelte sich zusehends und wurde im 19. Jh. eines der intellektuellen Zentren im Kaukasus. Unzählige politische Denker und die kulturelle Elite der kaukasischen Armenier wurden hier ausgebildet.

Auf dem Territorium der Stadt Schuschi wurden verschiedene Lahm- und Tonwaren aus den XIV. -XIII. Jh. v. Chr. ausgegraben, die von der Existenz einer Festung zeugen. Die Stadt diente als eine Verteidigungsanlage, die später mit Schutzmauer befestigt war. In dieser Umgebung hatte man auch alte Friedhöfe mit den traditionellen armenischen Kreuzsteinen aus den IX.-XII. Jh. ausgegraben. Seit 1820 galt Schuschi als ein großes kulturelles Zentrum Armeniens mit hochentwickelter Bildung und Druckerei: die Stadt hatte 5 Druckereien, die mehr als 150 Bücher veröffentlichten.

Zurzeit gilt Schuschi als ein historisches Schongebiet und wird aufgebaut.