Dilidschan

Dilidschan, „die armenische Schweiz”, ist bekannt für seine reine Luft, atemberaubende Landschaften und sein Mineralwasser, auch für traditionelle Häuser, Chalets mit ihren geschnitzten Holzgiebeln und ihren grossen Glasveranden. Eine gemütliche Atmosphäre in der Natur.

Dilidschan liegt in der Provinz Tawusch, im herrlichen Agstev Tal. Verlässt man den Sewansee Richtung Norden und überquert man den Sewan-Pass (2114 m ü. M.) oder – noch eindrucksvoller – fährt man auf der interregionalen Autobahn durch den Tunnel, befindet man sich plötzlich zwischen reich bewaldeten Berghängen. Der Kontrast könnte kaum grösser sein! Zunächst die karge, staubige, ockerfarbene Landschaft und dann der üppige, grüne Wald.
Sehr schön und koloritreich ist die Altstadt von Dilidschan entlang der Scharambejan Strasse. Die Altstadt wurde von der Tufenkian-Stiftung restauriert. Hier befindet sich das Hotel-Museum „Alt Dilidschan”, eine Holzeinrichtung mit ganz originellem Stil, mit antikem Möbel und handgemachten Teppichen.

Laut einer alten Volkslegende wurde der Name der Stadt nach einem Hirten namens Dili benannt. Der Hirte Dili war in die Tochter seines Meisters verliebt, doch ihr Vater war dagegen und befahl, den Hirten zu töten. Mehrere Tage trauerte die traurige Mutter und suchte nach ihrem einzigen Sohn in der ganzen Gegend und weinte verzweifelt "Dili jan, Dili jan ..." ("Jan ist ein armenischer Spitzname, der dem Namen eines Freundes oder Familienmitgliedes hinzugefügt wird). Nach der Legende wurde diese Umgebung (die Stadt) später mit diesem Namen Dilidschan (Dilidschan) benannt.

Historisch war das Gebiet des heutigen Dilijan - als Hovk bekannt - Teil des Varazhnunik-Bezirks von Ayrarat; die 15. Provinz des historischen Großarmenien.

Bei Ausgrabungen, die in den 1870er Jahren durchgeführt wurden, wurden viele wertvolle Gegenstände gefunden, die auf die späte Bronzezeit und die frühe Eisenzeit (zwischen dem Ende 2000 v. Chr. und dem Anfang 1000) zurückgehen. Einige der ausgegrabenen Sammlungen wurden in die Museen von Moskau, Sankt Petersburg, Tiflis, Baku, Eriwan gebracht, ein Teil wurde natürlich auch im geologischen Museum Dilijan aufbewahrt.

Während des Mittelalters war das Gebiet von Dilidschan als Hovk bekannt. Hovk war ein beliebter Wald und ein Sommerurlaubsort für die Arsakiden-Könige, um ihre Fähigkeiten in der Jagd zu zeigen. Die Siedlung Bujur Dili wurde im 13. Jahrhundert in der Nähe des heutigen Dilijan gegründet.

Die Klosteranlagen Haghartsin und Goschawank wurden zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert erbaut. Die Klosteranlagen haben sich schnell entwickelt und dienten als Kultur- und Bildungszentren. Haghartsin ist eines der ikonischen Beispiele der sich entwickelnden armenischen Architektur im Mittelalter. Viele andere wichtige religiöse und Bildungszentren des Mittelalters haben in Dilidschan überlebt, wie das Juchtakwank Kloster und das Matosawank Kloster.

Nach der Unabhängigkeit Armeniens im Jahr 1991 wurde Dilidschan gemäß den Verwaltungsreformen von 1995 Teil der neu gegründeten Provinz Tawush. Heutzutage ist Dilidschan nicht nur einer der bekanntesten Bergorte in Armenien, sondern auch ein internationales Bildungszentrum für Einheimische und Ausländer, durch die Gründung vieler entwickelter Schulen und Bildungseinrichtungen.

Dilidschan liegt am Ufer des Aghstev-Flusses mit einer Länge von mehr als 20 Kilometern und in einer Höhe von 1.500 Metern über dem Meeresspiegel. Das Tal ist von Norden mit dem Kleinen Kaukasus und von Süden mit dem Semjonowka-Bergpass umgeben. Die bergige Gebiete - hauptsächlich die Gebirgsketten von Bazum und Pambak - sind mit dichten Wäldern bedeckt, die ein Gebiet von mehr als 34.000 Hektar einnehmen. Auf den höchsten Gipfeln der Berge erheben sich die Wälder zu Alpwiesen. Neben dem Aghstev fließen viele andere Nebenflüsse durch die Stadt.

Dilidschan hat ein reiches historisches und kulturelles Erbe. Bei den nahe gelegenen Ausgrabungen auf den prähistorischen Friedhöfen von Golowino und Papanino wurden Bronzegegenstände gefunden, die fast dreitausend Jahre alt waren, darunter Rüstungen, Dolche, Krüge, Ohrringe und andere. All diese Gegenstände kann man entweder im Dilijan Museum oder in der Eremitage finden.

In der Statd sind Industrie, Tourism, Ausbildung, Sport gut entwickelt. Die armenische Schweiz zieht viele Touristen aus aller Welt an.