Gndewank

In einer ganz aussergewöhnlichen Umgebung, auf der Höhe des Flussufers des Arpa, befindet sich das Kloster Gndewank. Es befindet sich in kleinem Dorf Gndewas, in der Region Wajoz Dsor. Von der Seite des Dorfes kann man das Kloster nicht erreichen. Gndewank ist ein sehr stiller Ort, wo man nicht so viele Menschen treffen kann. Der Klosterkern ist restauriert, die Nebengebäude sind gut erhalten geblieben.

Die Strasse zum Gndewank durchquert das Tal der grossen Orgeln. Eine Menge von grossartigen Basaltorgeln erstrecken sich mehrere Kilometer entlang der Felswand, die den Fluss Arpa überragt. Ungefähr 3 Kilometer von der Kirche entfernt befindet sich der Felsen, der als „Wardan Mamikonjan“ bekannt ist. In der Nähe der Kirche gibt es ein Quellwasser und ein paar Picknicktische.

Das Kloster wurde 936 von Prinzessin Sopia von Sjunik erbaut. Sie erklärte den Zweck ihres Aufbaus des Klosters so: „Wajoz Dsor war ein Ring ohne Juwel, aber ich baute dieses Kloster als das Juwel für den Ring". Priester Sargis war der erste Abt der Kirche. Priester Jeghische wurde die Verantwortung für seinen Aufbau anvertraut. Im Jahr 999 wurde es mit einem Gavit, einem Narthex erweitert. In den darauffolgenden Jahren wurde das Kloster unter der Leitung von Abt Petros mit Mauern umgeben.

Es gibt einige Legende über die Gründung des Klosters. Hier eine von diesen.

Ein junger Prinz möchte die Tochter des Fürsten Smbat, Sophia heiraten. Sophia sagt, dass sie nur in dem Falle ihn heiraten wird, wenn er in einem Wettbewerb sie gewinnt. Der Prinz sollte in 40 Tagen einen Kanal vom Fluss Worotan bis Wajoz Dsor bauen. In dieser Zeit sollte Sophia ein Kloster zu errichten. Am 39. Tag bekommt der Prinz eine Nachricht darüber, dass Sophia mit dem Kloster fast fertig ist. Der Vater des Prinzen schlägt eine schlaue Idee vor. Der Prinz hängt eine weisse Leinwand an der Stelle, wo es der Kanal sein sollte. Wenn es windig war, schien es Wasser zu sein. Da Sophia kein Geld mehr hatte, um das Kloster bis zum Ende zu bauen, verkauft sie ihre Ohrringe (gind: Ohrring, auf Armenisch). In diesem Moment bekommt er eine Nachricht, dass der Prinz mit dem Bau des Kanals schon fertig ist. Sophia schaut aus dem Fenster und denkt, dass es wirklich ein Wasserfall ist. Von der Enttäuschung steigt sie auf die Kuppel des Klosters und wirft sich in den Abgrund. Das Kloster wird Gndewank benannt, weil es mit dem Geld des Verkaufs von Sophias Ohrringen erbaut wurde.

Das Kloster, das während eines Erdbebens beschädigt wurde, wurde in den Jahren 1965 und 1969 renoviert. Weitere Renovierung wurde 2013 durchgeführt. Im Jahr 1875 wurden mehrere Gegenstände religiöser Utensilien in einer geheimen Kammer in der Kirche gefunden.

In Richtung der Schlucht befindet sich eine meterhohe Festungsmauer. Entlang dieser Mauer sind Mönchszellen, Wach- und Waffenräume zu besichtigen.

Zu dem Komplex gehört Stephanskirche, die das wichtigste Bauwerk ist. Die Kirche wurde 936 gegründet. Sie ist in Form einer Kreuzkuppel aus vier Apsiden mit einem runden Tambour über einer Kuppel erbaut. In der Kirche gibt es vier Altäre. Der Gavith, der in den folgenden Jahren im westlichen Teil der Kirche hinzugefügt wurde, hat die Form eines Fasses. Es ist gewölbt und erscheint wie eine Tunnelannäherung an die Kirche. Abt Christopher baute die gewölbte Halle mit zwei Kammern. Sargis, sein Nachfolger, befahl den Bau eines Kanals vom Wararakn-Fluss, um eine Wasserversorgung für die Kirche zu gewährleisten, die immer noch funktioniert. Auf den südlichen und westlichen Seiten der Verbindungsmauer wurden Mönchsunterkünfte gebaut.

Ein bemerkenswertes Gemälde in der Kirche ist die Mutter Maria an der nördlichen Mauer, die als ein Meisterwerk des späten Mittelalters in Armenien gilt. Die Oberflächen der Pendentifs sind mit Bildern der Evangelisten geschnitzt. Die Grabsteine, die die Kirche umgeben, haben interessante Schnitzereien, wie eine Steinbockjagd neben einem Falken und die Jagd auf ein Wildschwein. Auch Khachkars (Kreuzsteine) sind hier zu sehen.

Das Kloster sowie seine Umgebung sind sehr schön, attraktiv und ein vielbesuchtes Touristenziel in Armenien.