Schengawit

Die Schengawit-Siedlung ist eines der bedeutendsten archäologischen Denkmäler in Armenien aus der frühen Bronzezeit. Es liegt im Südwesten von Jerewan, am linken Ufer des Hrasdan. Der Hügel nimmt eine Fläche von 6 Hektar ein und liegt 30 Meter über dem Fluss.

Zwischen 1936 und 1938 machte der Archäologe Jewgenij Bajburdjan Beobachtungen und führte Ausgrabungen an der Stelle für fast zwei Jahrzehnte aus.

Im Jahr 1958 begannen unter der Leitung von Sandro Sardarjan archäologische Beobachtungen und Ausgrabungen. Zwischen 1958 und 1980 grub er den zentralen erhaltenen Teil der Siedlung aus. Seit August 2000 fanden weitere Ausgrabungen statt, durchgeführt von einer gemeinsamen armenisch-amerikanischen archäologischen Expedition unter der Leitung des Archäologen Hakob Simonjan. Diese archäologischen Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Siedlung von einer hohen Mauer umgeben war, die mit groben Steinen gebaut war, einen unterirdischen, gekachelten Tunnel zum Fluss Hrasdan hatte und dass sich die Gräber außerhalb der Mauer ausgebreitet hatten.

Die alte Schengawit-Siedlung gehört zur Zeit der primitiven kommunalen Stammesgesellschaft. Die Grundsiedlung besteht aus vier übereinander liegenden archäologischen und kulturellen Schichten, die jeweils vier Meter tief sind. Diese können wie folgt klassifiziert werden:

1. Erste Schicht: späte Jungsteinzeit (3500-3000 v. Chr.)

2. Zweite Schicht: frühe Kupfersteinzeit (Äneolithikum) (3000-2700 v.Chr.)

3. Dritte Schicht: Mittleres Äneolithikum (2600-2300 v. Chr.)

4. Vierte Schicht: spätes Äneolithikum (2300-2000 v. Chr.)

Die Tongefäße, die in der ersten Schicht entdeckt wurden und aus der späten Jungsteinzeit stammen, sind grob auf einer weißen Fläche dekoriert. Schüsseln, Tassen und Teller standen ebenfalls nebeneinander. Die Objekte aus der ersten Schicht bestanden hauptsächlich aus Stein - Obsidian, Feuerstein und Basalt. Außerdem wurden grob behauene Steinäxte und aus Knochen hergestellte Werkzeuge wie Nadeln, Köpfe von Spindeln und Pfeilspitzen gefunden, die eine entwickelte Textilindustrie belegen. Kleine und große Rinder wurden gehalten, was auf eine Viehzucht hindeutet. Die in Schengawit entdeckten Spindelköpfe zeugen von einer hoch entwickelten Textilindustrie, die Materialien und Kleider herstellt hat. Bei der letzten Ausgrabung wurden auch Spuren von Rohrmatten ausgegraben.

Die Gründe für den Zusammenbruch dieser frühen landwirtschaftlichen Siedlung sind bis heute Gegenstand von Diskussionen unter Fachleuten. Die Mehrheit glaubt, dass drei Hauptfaktoren zum Zusammenbruch der Siedlung beigetragen haben:

a) ökologische Veränderungen im letzten Viertel des dritten Jahrtausends v. Chr.

b) wirtschaftliche Bedingungen; und

c) ethnischen Ersatz und Invasionen.

Infolgedessen wurde die Schengawit-Siedlung bis zum letzten Viertel des dritten Jahrtausends v. Chr. verlassen.

Laut archäologischen Materialien, haben die Leute im späten dritten Jahrtausend v. Chr. und in der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends v. Chr. gelegentlich diese verlassene Stätte für ihre Gräber genutzt. Später, im Mittelalter, wurde auch ein kleines Dorf auf dem Gelände gegründet.

Auf der Grundlage dieser Ausgrabungsmaterialien wurde das Schengawit Kulturschutzgebiet 1968 als Zweig des historischen und archäologischen Kulturschutzgebietes Erebuni eröffnet. Im Jahr 2003 wurde das Museum in Schengawit Historische und archäologische Schutzgebiet umbenannt. Heute sind einige dieser Gegenstände im Historischen Museum von Armenien in Jerewan ausgestellt.

Der Schengawit-Zweig des Historischen und archäologischen Kulturschutzgebietes Erebuni wurde am 24. Mai 1968 nach Resolution 225, verabschiedet von der Regierung der Republik Armenien, gegründet. Die Entdeckungen der berühmten archäologischen Stätte von Schengawit, die 18 Sammlungen umfassen, bilden einen untrennbaren Teil der historischen und archäologischen Kultur-Konserve Sammlung des Museums.