Tanahat

Das Koloster Tanahat ist ein mittelalterliches religiöses und kulturelles Zentrum, südöstlich Armeniens, 7 km des Dorfes Wernaschen entfernt. Es befindet sich in der südöstlichen Provinz Wajoz Dsor. Wajoz Dsor ist die am dünnsten besiedelte Provinz des Landes. Die Hauptstadt und die grösste Stadt ist Jeghegnadsor.

Die Provinz beherbergt viele antike Sehenswürdigkeiten und Touristenattraktionen, darunter den Höhlenkomplex Areni-1 und das Weingut Areni-1 aus der Chalkolithik, die Festung Smbataberd aus dem 10. Jahrhundert und Norawank aus dem 13. Jahrhundert. Hier befindet sich auch die Kurstadt Dschermuk.

Die Leute dieser Region sind hauptsächlich konservativ. Sie feiern die religiösen und traditionellen Feste, einschliesslich Trndez und Wardawar. Ein wichtiges Fest ist das Erntefest, das jedes Jahr am zweiten Sonntag im Oktober in Jeghegnadsor gefeiert wird. Einheimische aus allen Dörfern nehmen an der Parade auf mit Blumen geschmückten Autos teil und bringen ihre eigenen Früchte, typisch für ihre Gebiete, mit. Theateraufführungen und Konzerte finden während des Festivals statt.

Ein weiteres beliebtes Fest in der Provinz ist das Weinfest, das jedes Jahr im Oktober im Dorf Areni gefeiert wird.

Die traditionellen armenischen Lawasch und Gata werden immer noch in Tandoors in den Dörfern von Wajoz Dsor gebacken. Zu den lokalen Gerichten gehören saures Banjar, Kjalaglosch, Schorwa mit Ghawurma usw.

Jeghegnadsor ist das kulturelle Zentrum. Es verfügt über einen Kulturpalast, eine öffentliche Bibliothek und ein archäologisches Museum. Der öffentliche Park der Stadt beherbergt einen Drachenstein aus dem 2. Jahrtausend v. Chr.

Das kulturelle Erbe sowie die natürliche Schönheit der Region ziehen vor allem im Sommer viele einheimische und ausländische Touristen an.

Das Kloster ist reich an Inschriften und Skulpturen. Die Kirche hat eine Zusammensetzung gewölbter rechteckiger Muster von aussen und von innen - kreuzförmigen, mit Gängen auf allen vier Seiten.

An der Südwand ist eine Skulptur symbolisch Proschjan Adler mit einem Lamm in seinen Krallen. Im Norden gibt es eine Kapelle, die im 13. Jh. erbaut wurde. Bemerkenswert ist das Zeichen der Jagdszenen.

Seine Hauptkirche, Surb Stepanos (St. Stephan), wurde zwischen 1273 und 1279 unter der Schirmherrschaft der Familie Proshjan erbaut. Die Kirche hat ein kreuzförmiges Inneres mit Anbauten in seinen vier Ecken. Diejenigen, die den Hauptaltar im Osten flankieren, sind zweistöckig. Das Äussere ist rechteckig mit einer schlanken 12-Facetten-Trommel und einer Kuppel mit einer Zeltdachspitze. Das Proshjan Emblem, ein Adler, der ein Lamm in seinen Krallen hält, ist an der südlichen Wand der Kirche geschnitzt.

Die einschiffige Kirche aus dem 13. Jahrhundert Surb Nschan (Heiliges Zeichen) grenzt an das Monument von Norden an und hat eine ausdrucksstarke Basreliefschnitzerei am Sturz über dem Eingang, die eine bemerkenswerte Jagdszene darstellt. 1970 fanden die Ausgräber eine einschiffige Kirche mit zwei Nebengebäuden südwestlich des Klosters, eine Reihe von Profanbauten und zahlreiche Grabsteine aus dem 13.-14. Jahrhundert. Es wurde auch ein Gawit mit einem quadratischen Grundriss westlich der Kirche gefunden.

Einige Gelehrte glauben, dass das Kloster die Gladzor Universität beherbergte (gegründet 1282), die bekannteste Bildungseinrichtung seiner Zeit im mittelalterlichen Armenien, wo Naturwissenschaften, Mathematik, Theologie, Geometrie, Astronomie, Chronologie, Miniaturmalerei und andere Fächer unterrichtet wurden. Andere bestehen darauf, dass der Standort der Gladzor Universität noch unbekannt ist.

Berühmte mittelalterliche Studenten der Universität schlossen den Historiker Stepanos Orbeljan, die Philosophen Jesaji Nschetsi und Howhan Worotnetsi, den Architekten Momik und die Miniaturmaler Toros Taronatsi und Awag ein.

Das Kloster ist ein interessanter Besuchsort in Armenien.