Ardvi

Ardvi ist ein Dorf in der Lori Provinz, die eine der schönsten Provinzen Armeniens ist. Sie befindet sich im Nordosten von Armenien und grenzt an Georgien. Lori ist berühmt für sein mildes Klima: die Bergkette Lori-Pambak steht auf dem Weg von kalten Winden aus dem Norden. In dieser Region sind viele Flüsse zu besichtigen. Die Flüsse Pambak, Dzoraget, Debet und Agstew fliessen durch diese malerische Region. Sie ist reich auch an Seen und Mineralquellen. In den Tälern der Flüsse wachsen immergrüne Bäume und Sträucher. Lori ist das Land der Bergrücken, Stufen und tiefer Schluchten. Hier ist der Puschkin-Pass zu finden, wo Alexander Puschkin 1828 auf seinem Wege nach Erzrum sah, wie die Leiche von Alexander Gribojedow nach Tiflis transportiert wurde.

Die Geschichte dieser Gegeände ist sehr interessant. Sie hat seit Jahrhunderten reiches kulturelles Erbe hinterlassen. Hier wurde im 10. – 11. Jahrhundert der unabhängige armenische Staat Lori Königreich gebildet. Ein Teil der Region war das Erbgut der Dynastie Zakarjan. Die Klöster Haghpat und Sanahin, die aus dem 10. Jahrhunder stammen, haben die Eigenschaften der byzantischen Architektur und gehören zur UNESCO Weltkulturerbe. Die Provinz wurde während des Erdbebens (1988) schwer beschädigt. Wie alle Dörfer in Lori ist auch Ardvi von Wäldern und bunten Blumenfeldern umgeben. Hier erscheinen kleine mit Ziegeln gedeckte Häuser. Das Dorf wurde früher Melikagyugh oder Melikaqyand benannt. Die Vorfahren der meisten Bewöhner von Ardvi sind aus Kars und anderen Teilen von Westarmenien in dieses Dorf umgezogen. Die Dorfbewöhner beschäftigen sich meistens mit der Landwirtschaft, Viehzucht und mit dem Gartenbau. Es gibt auch touristische Perspektive, die mit den historischen und kulturellen Denkmälern im Dorf und der schönen Natur verbunden sind.

Die Klosteranlage von St. Hovhannes oder Srbanes (8. - 17. Jh.) auch mit dem Namen Hovhan Odznetsi bekannt, befindet sich in diesem Dorf. Die Anlage besteht aus zwei Kirchen und einem Glockenturm. In der Umgebung sind Chatschkars (Steinkreuze), ein alter Tempel und die Ruinen von verschiedenen Gebäuden zu finden. Hier ist der armenische 34. Katholikos Hovhannes Odznetsi (717 - 728) begraben, der ein grosser Theologe, Jurist, Autor zahlreicher theologischer Werke (einschliesslich des Buchs von Regeln, erste Sammlung von Gesetzen der armenischen Kirche) und religiösen Lieder war. Jedes Jahr am 17. April organisiert die Armenische Apostolische Kirche eine Pilgerreise nach Ardvi, dem Geburtsort von Hovhannes Odznetsi, um das Kloster von St. Hovhannes, wo sich die Reliquien des berühmten Philosophen befinden, zu besuchen. Hier befindet sich auch der berühmte „Schlangennabel”, eine Trinkwasserquelle, die sich an eine Schlange erinnert. Der Name ist mit einer alten Legende verbunden, und fast jeder Bewohner von Ardvi kann Ihnen diese Geschichte erzählen: eine Frau sieht eine riesige Schlange und ruft um die Hilfe. Hovhannes Odznetsi schickt seine Schüler, aber die kehren nicht zurück. Dann geht er selbst, schlägt die Schlange mit seinem Rohrstock und sagt: „Lass aus deinem Nabel Heilwasser fliessen und sei selber ein Stein”. Das geologische Institut bestätigt auch, dass das Wasser aus dem Schlangennabel tatsächlich Gold und Silber enthält. Wer von diesem Wasser einmal getrunken hat, kehrt unbedingt nach Ardvi zurück. Das Kloster hat als Drehort für den Film „die Farbe des Granatapfels” (1968) des berühmten armenischen Regisseurs Sergei Paradschanow gedient.

Das von Bergen umgebene Dorf ist komplett mit Gras bedeckt. Das Dorf ruft Menschen durch seine magische Anziehungkraft immer wieder zurück. Die Touristen bekommen hier schöne Eindrucke und Erinnerungen. Man kann hier eine schöne Zeit mit Einheimischen verbringen.