Saghmosawank

Saghmosawank gehört zu den zahlreichen Klöstern, die der unermüdlichen Bautätigkeit der Fürstenfamilie Vatschutian zu verdanken sind. Das Kloster ist berühmt, weil hier sehr wichtige Manuskripte geschrieben und aufbewahrt wurden. Es liegt südlich der Mughni-Kirche in der Provinz Aragatsotn und wurde im Dorf Saghmosawan in der Nähe der tiefen Schlucht des Flusses Kassagh gebaut. Seine hervorragende Lage gibt dem Kloster zusätzliche Schönheit und Anmut.

Aragatsotn ist eine Provinz in Armenien. Es befindet sich im westlichen Teil des Landes. Die Hauptstadt und grösste Stadt der Provinz ist Aschtarak. In dieser Region befindet sich der höchste Berg Armeniens Aragats (4090), die Festung Amberd und andere Sehenswürdigkeiten, die beliebte Touristenziele in Armenien sind.

Das Kloster wurde 1215 von der fürstlichen Familie der Vatschutians erbaut. Die Gesamtkonstruktion des Komplexes wurde 1250 fertiggestellt. Seit dem 13. Jahrhundert war im Kloster eine mittelalterliche höhere Schule tätig. Bemerkenswerterweise lehrten armenische Philosophen, Erzieher und Kirchenfiguren in der Schule dieses Klosters. Saghmosawank war auch ein bedeutendes Zentrum für Kalligrafie. Mehrere dort geschriebene und kopierte Handschriften sind erhalten geblieben.

Der Klosterkomplex besteht aus zwei Kirchen, einem Jamatun (eine Art Gawit, einer Vorhalle, die aber nicht direkt ans Kirchengebäude angeschlossen ist) und einer Bibliothek.

Heilige Zion Kirche wurde 1215 von Prinz Vatsche Vatschutian gebaut. Nach dem Bau der Kirche schenkte er sie dem Dorf. Die Kirche ist von innen kreuzförmig und von aussen rechteckig. Der Gawit der St. Zion Kirche wurde im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts erbaut. Er befindet sich mit seinen vier Säulen westlich der Kirche. Der zentrale Teil der Gawit-Decke besteht aus einem zeltartigen Dach und einem Oberlicht mit einer sechsspaltigen Rotunde. Die anderen Teile des Gawit-Daches beinhalten interessante und einzigartige Lösungen (Spiegel, Fass, Kreuzgewölbe usw.). Die Dachkonstruktion ist eine einzigartige Auswahl armenischer Architektur.

Das Depot der Manuskripte wurde 1255 von Prinz Kurd Vatschutian und seiner Frau im Gedenken an ihre Tochter gebaut, die zu früh gestorben war. Es wurde zwischen der St. Zion Kirche und dem Gawit gebaut. Das Dach des Endlagers, das mit sich kreuzenden Bögen ist, hat eine komplizierte Struktur. Die darauf gebaute Acht-Säulen-Rotunde lässt Saghmosawank mit einer dreikuppeligen Silhouette erscheinen.

Die Muttergotteskirche wurde 1235 gebaut und wurde 1669 renoviert. Es gibt nur einen Weg, um zur Kirche zu gelangen, und es ist durch das Endlager. Es wird angenommen, dass die Kirche als Depot für den wertvollen Teller der Kirche fungiert hat.

Auf dem Territorium des Klosters gibt es verschiedene Grabsteine, von denen einige in Form von geschnitzten Chatschkars (Kreuzsteinen) erhalten sind.

Das Kloster wurde wegen des Erdbebens (1988) beschädigt und im Jahr 2000 restauriert.

Es gibt eine Legende, die mit diesem Kloster verbunden ist.

Es gab einen mächtigen Eroberer, der Tamerlan hiess. Als er und seine Armee armenien erreichten wollten sie auch unterdrücken. Man hat die Häuser verbrannt, Menschen getötet. Auch die wertvollen Pergamenthandschriften wurden nicht verschont.

In dieser Zeit wurde Tamerlan schwer krank. Er hatte Angst vor dem Tod und versprach jedem, der ihn heilen wird, einen Wunsch zu erfüllen. Der Priester von Saghmosawank kam zu ihm und sagte, dass er ihn heilen kann. Tamerlan musste die gestohlenen armenischen Pergamenthandschriften und Bücher zurückgeben und so viele gefangene Leute befreien, wie viel das Kloster Platz hatte. Die letzte Bedingung war, dass Tamerlan und seine Armee Armenien verlassen und niemals zurückkehren mussten.

Tamerlan war einverstanden. Der Priester heilte ihn mit Gebeten und Kräutern. Nach der Genesung gab er die gestohlenen Pergamente zurück und organisierte die Rückkehr der Gefangenen. Tausende der Gefangenen gingen nacheinander ins Kloster und es gab immer noch Platz dort. Tamerlan wurde wütend. Er konnte nicht verstehen, wie ein so kleines Kloster so viele Menschen beherbergen kann. Er hatte Angst und beschloss das Land möglichst schnell zu verlassen.

Insgesamt 70.000 Gefangene betraten das Kloster. Man sagt, der Priester vom Kloster hat die zu Tauben gemacht, die dann durch ein enges Fenster geflohen haben. Die Tauben flogen dann in ihre Heimatberge, landeten in ihren Häusern und verwandelten sich wieder in Menschen.

Das Kloster steht in einer schönen Umgebung und zieht immer mehr Touristen nach Armenien an.