Spitakawor

Spitakawor ist eine kleine Klosteranlage in der südarmenischen Provinz Wajoz Dsor, 8-9 Kilometer südöstlich von Vernaschen. Die Provonz Wajoz Dsor beherbergt viele antike Sehenswürdigkeiten und Touristenattraktionen in Armenien, darunter den Höhlenkomplex und das Weingut Areni, das Kloster Tanahat aus dem 8. Jahrhundert, die Festung Smbataberd aus dem 10. Jahrhundert und Norawank aus dem 13. Jahrhundert.

Die Klosteranlage ragt völlig einsam zwischen den waldlosen Bergen mit ihrem spitzen Dach empor. Das Kloster steht von der ganzen Welt isoliert. Es scheint, dass seine Umgebung keine menschliche Hand berührt hat. Es herrscht hier Harmonie und Ruhe.

Spitakawor hat interessante Steinfarbe. Um das Kloster sind geschnitzte Kreuze zu sehen, die gewöhnlich für die christlichen Kirchen sind, hier aber einzigartig und sehr schön sind.

Das Kloster ist eines der bedeutendsten kulturellen, pädagogischen und spirituellen Zentren in Wajoz Dsor. Während seiner gesamten Existenz wurde das Kloster mehrmals beschädigt.

Die einzige Kirche des Komplexes ist Spitakawor Heilige Muttergotteskirche. Sie ist aus weissem Felsit gemacht und heisst daher Spitakawor („spitak“ bedeutet „weiß“). Inschriften, die an den Wänden erhalten sind, angeben, dass die Kirche von dem Fürst Eachi (Tschatschi) gebaut wurde. Nachdem Eachi 1318 gestorben war, setzte sein Sohn Amir Hasan der Zweite den Bau fort. Der Kirchenbau wurde 1321 fertiggestellt.

Wie oben erwähnt, war diese Kirche eines der wichtigsten kulturellen und spirituellen Zentren. Vielleicht deshalb wurde Spitakawor, nachdem die Gladsor-Universität in den 40er Jahren aufgehört hatte zu funktionieren, zum Bildungs- und Kulturzentrum der Proshjaner.

Während der Invasionen von Lenk Timur (14. Jahrhundert) wurde das Kloster geplündert, der Gawit und die Mauern zerstört. Abgesehen davon wurden die Gebäude mit wirtschaftlicher Bedeutung verbrannt. Keines dieser Gebäude wurde jemals wieder aufgebaut, obwohl das Kloster bis zum 17. Jahrhundert betrieben wurde.

Heilige Muttergotteskirche stellt eine kleine gewölbte Halle mit zwei Anbauten auf beiden Seiten des Heiligtums dar. Die Kirche besteht aus weissem Felsit und ist mit einer zylindrischen Trommel und einem kegelförmigen Dach versehen.

Bemerkenswert ist, dass die Kirche reich an Basreliefs ist, die spirituelle und weltliche Szenen darstellen. An der Nordwand wurden einst Fürst Eachi und sein Sohn dargestellt (es befindet sich heute in der Ermitage in Sankt Petersburg), und an der südlichen Wand wurde die Jagd auf Amir Hasan dargestellt (sie befindet sich heute im Geschichtsmuseum von Armenien, Jerewan).

Von besonderem Interesse ist das riesige Kreuz an der Ostfassade der Kirche, deren unregelmässige Flügel mit Fünfflügelsternen abgeschlossen sind. Auch im Hof der Kirche sind die Ruinen von Mönchszellen erhalten.

Der Gawit befindet sich westlich der Kirche. Es gibt nur einen Eingang zum rechteckigen Gawit, der aus der Westseite ist. Über dem Eingang befindet sich ein Tympanon, das die Heilige Mutter darstellt, die den kleinen Jesus hält. Das Flachrelief ist sehr wertvoll.

Die Inneneinrichtung der Kirche ist auch interessant. Die Trommel des Gawits ist zylindrisch und so hoch, dass ein Eindruck entsteht, dass die kleine Struktur ziemlich gross ist. In der Kuppel befindet sich eine Figur, die Jesus Christus und die vier Evangelisten darstellt. In einer anderen Schnitzerei sind zwei menschliche Figuren, die die Miniatur der Kirche in ihren Händen halten.

Der Glockenturm der Kirche wurde 1330 erbaut.

Im Jahr 1987 wurden die Reliquien von Garegin Nschdeh hier bestattet.

Garegin Nschdeh war eine militärische, politische und staatliche Persönlichkeit. 1912 bildete er ein armenisches Bataillon und nahm an den Balkankriegen gegen das Osmanische Reich teil. Er ist eine wichtige Figur in der Armeniens Geschichte.

Dank seiner Geschichte, Lage und Schönheit ist dieses Kloster ein beliebtes Touristenziel in Armenien.