Amaras

Amaras ist ein armenisches Kloster in der Republik Bergkarabach (Arzach), in der Martuni Provinz. Es wurde im 4. Jh. von Gregor dem Erleuchter gegründet. Amaras liegt inmitten des Artsakh-Tals. In der Nähe des Klosters steht der Berg Lusavorich, ein großer bewaldeter Hügel. Der Name des Berges wird vom armenischen als Erleuchter in Bezug auf Gregor der Erleuchter übersetzt, der auf seinen Abhängen meditierte, bevor er Fundament zu Amaras Hauptkirche legte. Seit 1700 Jahren war Amaras ein wichtiges kirchliches Zentrum in Armenien. Lange Zeit beherbergte es den Sitz von dem Aghwanks Katholikos der armenisch-apostolischen Kirche.

Einige Archäologen spekulieren, dass Amaras eine Vorgeschichte hatte, und wie einige frühe armenische Kirchen und Klöster ersetzte es einen heidnischen Tempel. In der Nähe des Klosters befinden sich die Ruinen der frühmittelalterlichen Stadt Amaras, die als eine antike regionale Siedlung bekannt ist. Die Geschichte des Klosters Amaras spiegelt die heroische und tragische Geschichte des armenischen Volkes wider, das sich einer Invasion nach der anderen stellen musste. Die lange Geschichte der Zerstörung und Restaurierung von Amaras ist auch mit der geographischen Lage des Klosters verbunden. Im Gegensatz zu vielen historischen Kirchen Armeniens, die absichtlich in schwierigen Bergen gebaut wurden, wurde Amaras in der Mitte einer grossen Ebene errichtet. 1832 verwandelten die russischen kaiserlichen Behörden das Kloster in eine Festung und dann in ein Zollhaus. Und erst 1848, als Baghdasar Hasan-Jalaliants, der Leiter des Heiligen Stuhls von Gandzasar, Amaras wieder in die Arme der Armenischen Apostolischen Kirche zurückbringen konnte. Aber die vielen Jahre der Misswirtschaft und Vernachlässigung haben den Zustand der Klosteranlagen stark belastet. Im Jahr 1858 musste die Kirche St. Grigoris grundlegend umgebaut werden. Leider sind aufgrund umfangreicher Umbauarbeiten viele Merkmale des ursprünglichen Gebäudes verloren gegangen. Das wichtigste historische Element des Klosters ist das unterirdisch gewölbte Mausoleum, das das Grab von St. Grigoris enthält. Dies ist der Hauptschrein des Klosters. Das Mausoleum befindet sich unter dem Altar der Kirche. Eine Mauer, die aus dem ursprünglichen Gebäude aus dem 4. Jahrhundert erhalten geblieben ist, ist mit geschnitzten geometrischen und vegetativen Ornamenten geschmückt, die typisch für frühe armenische Kirchen sind. Die heutige Kirche St. Grigoris in Amaras wurde aus weissem Sandstein erbaut, die aus den nahegelegenen Steinbrüchen am Fuß des Berges genommen wurden. Es ist ein dreischiffiges Basilika. Der einzige Eingang zur Kirche ist vom Westen. Die Kirche wird aber von vier grossen Fenstern beleuchtet. Die Kirche St. Grigoris hat ein doppeltes Dach mit einem Glockenturm, der auf sechs Säulen steht. Wie aus einem Bild hervorgeht, hatte Amaras vor seiner Rekonstruktion 1855 nicht weniger als drei Glockentürme, die auf demselben Dach nebeneinander gebaut wurden. Der grösste und höchste der drei war in der Mitte des Daches, und die anderen beiden wurden symmetrisch an der West- und Ostseite des Gebäudes gebaut. Die Westfassade der Kirche ist mit einem grossen gemeisselten Kreuz geschmückt, das unter dem Giebel und über dem Haupteingang errichtet wurde. Ein kleineres Kreuz schmückt die gegenüberliegende Fassade der Kirche. Von aussen stellt das Amaras-Kloster eine Festung mit dicken, fünf Meter hohen Steinmauern dar. Das einzige äussere Tor, das innerhalb des Klosters führt, befindet sich in der südöstlichen Wand des Kopmplexes, die sich wiederum zu einem kleinen Hof hin öffnet. Der Hof hatte sein eigenes Tor mit einem Korridor, der zur Kirche führte. Dieses komplizierte System von Eingängen wurde zu Verteidigungszwecken geschaffen und sollte zusammen mit dicken Mauern und massiven Türmen das Kloster vor Eindringlingen aus den östlichen Steppen schützen. Dieses Kloster ist ein touristisches Ziel und wird viel besucht.